Kleinunternehmer: Die Vorteile und Nachteile

Wenn du dich selbstständig machen möchtest, dann stehst du gleich am Anfang vor dieser Frage. Möchtest du als Kleinunternehmer beginnen oder sofort umsatzsteuerpflichtig sein? Viele Selbstständige entscheiden sich häufig erst einmal für die Kleinunternehmerregelung und daran ist auch überhaupt nichts auszusetzen.

Ich habe es zu Beginn meiner Selbstständigkeit ganz genauso gemacht und mich für diesen Weg entschieden. Später wurde ich dann Umsatzsteuerpflichtig.

Wann bin ich eigentlich Kleinunternehmer? Die Kleinunternehmerregelung trifft dann zu, wenn der Umsatz des vergangenen Jahres die Summe von 17.500 Euro nicht überstiegen hat und abzusehen ist, dass dieser im aktuellen Jahr einen Umsatz von 50.000 Euro nicht übersteigen wird.

Welche Vorteile habe ich als Kleinunternehmer?

Der größte Vorteil ist der geringere Aufwand für die Buchführung. Da man als Kleinunternehmer auf seine Rechnung keine Umsatzsteuer erhebt, entfällt somit die Umsatzsteuervoranmeldung an das Finanzamt. Gleichzeitig spart du auch Geld, wenn du ein Steuerbüro mit deiner Buchführung beauftragst.

Kleinunternehmer Vorteile Nachteile

Ein weiterer Vorteil ist der Rechnungsbetrag an sich, welcher für deinen Endkunden niedriger ist. Es macht einen Unterschied, ob dein Kunde für eine Rechnung beispielsweise 357 Euro mit Umsatzsteuer bezahlt oder nur 300 Euro ohne Umsatzsteuer. Für den Endkunden ist dies immerhin eine Ersparnis von 57 Euro.

Dieser Punkt kann für deine Kunden ein Argument sein, deine Dienstleistung Anspruch zu nehmen. Wodurch du in gewisser Weise einen kleinen Vorteil gegenüber deiner Konkurrenz haben könntest.

Welche Nachteile habe ich als Kleinunternehmer?

Neben den Vorteilen müssen aber auch die Nachteile in Betracht gezogen werden. Der größte Nachteil als Kleinunternehmer besteht darin, dass man selber keine Umsatzsteuer beim Finanzamt gelten machen kann, welche man selber bezahlt hat.

Wenn du beispielsweise für 899 Euro (mit Mehrwertsteuer) einen Laptop für deine Firma kaufst, so bezahlst du den gleichen Preis wie der Endverbraucher. Wenn du hingegen umsatzsteuerpflichtig bist, zählt für dich nur der Nettopreis von 755,46 Euro, da du dir die gezahlte Umsatzsteuer von 143, 54 Euro vom Finanzamt zurückholen kannst bzw. die von dir erhobene Steuer auf deine Rechnung weniger bezahlen musst.

Somit wird deutlich, welche Nachteil es bringen kann, wenn man über viele Jahre die Kleinunternehmerregelung nutzt und während dieser Zeit viele Investitionen tätigt.

Ein weiterer Punkt ist die Begrenzung des Umsatzes. Du musst am Jahresende immer wieder nachrechnen, ob du die Vorgaben des Finanzamtes für die Kleinunternehmerreglung weiterhin erfüllst.

Für wen eignet sich die Kleinunternehmerregelung?

Diese Frage kannst nur du für dich selber beantworten. Die Kleinunternehmerregelung kann ein Vorteil sein, wenn du wirklich noch ganz am Anfang stehst, dir erst einmal einen Kundenstamm aufbauen musst und somit dein Umsatz noch sehr gering ist.

Wenn du allerdings gleich größere Investitionen planst und bereits offensichtlich ist, dass deine Umsätze von Monat zu Monat steigen werden, so hat die Umsatzsteuerpflicht klar einen Vorteil. Du würdest ansonsten viel Geld verschenken und dies möchtest du natürlich nicht.

Zumal du dieses Geld gleich wieder an anderer Stelle deines Unternehmens investieren kannst, wie beispielsweise im Marketing, um somit wieder neue Kunden zu erreichen.

Der zusätzliche Aufwand in der Buchführung ist auch gar nicht so groß, wie es im ersten Moment erscheinen mag. Dies gilt besonders dann, wenn du hierfür ein Steuerbüro nutzt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.