Wie weit sollten Selbstständige in Vorleistung gehen?

Die Frage nach der Vorleistung stellen sich Selbstständige und Unternehmer immer wieder. Dies gilt besonders für all die Branchen, wo man erst einmal eine Vorleistung wie beispielsweise im Dienstleistungsgewerbe erbringen muss und der Kunde erst nach Erfüllung des Auftrages bezahlt.

Bei Stammkunden stellt sich diese Frage nach der Vorleistung in der Regel kaum, da man deren Zahlungsmoral kennt und diese zugleich pünktlich bezahlen. Bei Neukunden sieht es hingegen etwas anders aus, da ich Selbstständiger erst einmal nicht genau weiß, ob der Kunde pünktlich bezahlt oder nicht.

Vorleistung

Es wäre an dieser Stelle aber falsch, wenn ich behauptete, dass alle Kunden immer ihre Rechnungen bezahlen. Dies gilt sicherlich für 90 % aller Kunden, aber leider gibt es auch immer mal wieder Auftraggeber, wo es zu Zahlungsproblemen kommt.

Selbst mir ist es in meiner Selbstständigkeit schon zweimal passiert. Mit Sicherheit werden es auch viele andere Selbstständige, Freiberufler und Unternehmer schon einmal erlebt haben.

Aus meiner Erfahrung heraus weiß ich inzwischen, auf welche Dinge man hierbei achten sollte und diese möchte ich dir kurz erläutern.

1. Lass dir den Kundenauftrag bestätigen

Eine schriftliche Auftragsbestätigung solltet ihr euch sowohl von euren Stammkunden als auch von den Neukunden immer einholen. Hierbei wird die erbrachte Dienstleistung, die verkaufte Ware oder das Produkt festgehalten. Zugleich werden weitere wichtige Details (Name, Datum, Umfang, usw.) notiert. Solch eine schriftliche Auftragsbestätigung dient euch immer als Beweis.

2. Vereinbare mit deinem Kunden eine Teilzahlung

Handelt es sich um einen Kundenauftrag, welcher voraussichtlich mehrere Tage oder sogar eine ganze Woche in Anspruch nehmen wird, so kannst du deinen Kunden eine Teilzahlung anbieten. Deine Rechnung wird somit nicht einmalig bezahlt, sondern in mehrerer dieser unterteilt.

Teilzahlung Kunde

Ich selbst habe damit sehr gute Erfahrungen gemacht. Wenn ihr den Kunden schon beim ersten Gespräch darauf hinweist, dann sollte es hierbei keinerlei Probleme geben.

3. Lasse deinen Kunden das Material bezahlen

Dieser Tipp ist besonders für alle unter euch sehr wichtig, welche in der Handwerksbranche tätig sind.

Wenn für einen Auftrag ein höherer Materialbedarf erforderlich ist, so geht hierbei nicht zu sehr in Vorkasse.

Gerade bei sehr großen Aufträgen ist dieser Punkt sehr wichtig. Leider gibt es immer wieder Fälle, wo selbst größere Firmen in echte finanzielle Schwierigkeiten geraten, weil der Kunde die Rechnung nicht zahlt.

Mein Tipp: Legt euch eine genaue Summe fest, welche ihr bereit seid, vorab zu investieren. Ist der benötigte Materialeinsatz im Gesamtumfang des Auftrages größer, so kombiniert es mit der gerade angesprochenen Teilzahlung.

4. Verkleinere den Umfang des Auftrages

Vom Prinzip her funktioniert dieser Tipp wie Teilzahlung, nur die Verpackung ist für den Kunden etwas anderes. Handelt es sich um einen sehr umfangreichen Auftrag eines Neukunden, dann wäre es denkbar, diesen in kleinere Aufträge zu unterteilen.

Nehmen wir beispielsweise an, ihr seid im Garten- und Landschaftsbauer tätig und euer Kunde hat ein verwildertes Grundstück mit einer Fläche von 2.000 m². Ihr sollt nun diesen Garten wieder in Ordnung bringen und würdet hierfür 3.000 Euro veranschlagen mit einem Arbeitseinsatz von 1 Woche.

Nun wäre es möglich, dem Kunden erst einmal nur den Rückschnitt der Hecken für 500 Euro anzubieten, welcher 1 Tag beträgt. Nach Abschluss dieser würde die Rechnung bezahlt werden.

5. Biete deinem Kunden die mobile Kartenzahlung an

Wie wäre es, wenn eure Kunden die Rechnung sofort bezahlen würden? Die mobile Kartenzahlung macht es möglich. Die Kunden dürfte es freuen, da diese sich das Überweisen per Onlinebanking oder Überweisungsträger ersparen.

Das Prinzip und die Nutzung sind sehr einfach. Der Kunde steckt seine Geldkarte in ein kleines mobiles Bezahlterminal, welches wiederum mit eurem Smartphone verbunden ist und zahlt anschließend wie an der Supermarktkasse die Rechnung.

6. Mache dich nicht von einem Kunden abhängig

Dieser Punkt ist ebenfalls sehr wichtig. Der Umfang des Auftrages sollte euch nicht in eine komplette Abhängigkeit des Kunden bringen. Dies gilt besonders dann, wenn Zeit- und Kostenaufwand für euch selbst sehr hoch sein wird. Die gerade vorgestellten Tipps können euch dabei helfen, solch eine Abhängigkeit zu reduzieren.

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